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Leistungsspektrum Demenz-Zentrum Saarlouis im Überblick

Der Demenz-Verein Saarlouis e.V. hat sehr frühzeitig damit begonnen systematisch Hilfen für Menschen mit Demenz und deren Angehörige zu etablieren. Im Landkreis leben derzeit ca. 5.000 Menschen mit einer demenziellen Erkrankung von denen ca. 80% zu Hause durch Angehörige versorgt werden. Da diese Zahl in den kommenden Jahren weiter steigen wird, wurde 1997 der „Demenz Verein Saarlouis e. V.“ ausgehend von einer Initiative des Landkreises Saarlouis gegründet.

Der Demenz Verein nimmt sich verstärkt der Betroffenen und ihrer Angehörigen an und bietet mit Beratung, Schulungsangeboten und Tagespflege viele Hilfsmöglichkeiten an. Eine Besonderheit ist, dass im Vorstand des Vereins die Kreistagsfraktionen geborene Vorstandsmitglieder sind.

Diese Bemühungen mündeten 2002 in der Gründung des ersten Demenz-Zentrums des Saarlandes, das durch den Demenz-Verein Saarlouis e.V. mit Unterstützung des Landkreises Saarlouis und des Landes Saarland getragen wird. Das Demenz Zentrum hält  Hilfemöglichkeiten für Angehörige und Betroffene vor und ist  mitten im Quartier in der Kreisstadt Saarlouis angesiedelt.

Ziel aller Bemühungen des Demenz-Zentrum Saarlouis ist es durch umfassende Hilfen pflegende Angehörige zu unterstützen und somit Heimaufenthalte zu verzögern oder ganz zu vermeiden.
Alle Aktivitäten des Zentrums sind darauf ausgerichtet eine Hilfekette zu schaffen die differenzierte Angebote für Angehörige und Betroffene bereithält.

Zweimal jährlich gibt der Verein eine Informationszeitschrift heraus, die Demenz Info.

 

 

 

Um die Angebote, die im Demenz-Zentrum bereitgehalten werden, bekannt zu machen, ist eine nachhaltige Presse- und Öffentlichkeitsarbeit erforderlich. Neben allgemeinen Informationen in den regionalen Medien ist hier eine Vernetzungstätigkeit mit anderen Trägern, Vereinen, Verbänden, Kirchengemeinden, Apotheken,  niedergelassenen Ärzten und ambulanten Diensten unabdingbar, denn nur so kann eine Wahrnehmung der Angebote  auf Seiten der Angehörigen erreicht werden.
Zentraler Baustein der Hilfekette ist die trägerneutrale und unabhängige Beratungsstelle für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz, die beim Verein angesiedelt ist und die mittels Beauftragung durch den Pflegestützpunkt Saarlouis im Landkreis Saarlouis die spezialisierte Demenzberatung durchführt, eine Besonderheit im Saarland, unterstreicht dies aber die Funktion des Demenz-Zentrums Saarlouis als Kompetenzzentrum in der Region.

Beweggründe zur Inanspruchnahme des Beratungsangebotes sind hauptsächlich die Hilflosigkeit im Umgang mit den demenzkranken Angehörigen, die Intensität der daraus resultierenden Belastungen. Die Informationen über vorhandene Entlastungsmöglichkeiten,  gesetzlichen Vorschriften, die in diesem Zusammenhang relevant sind, wie z.B. mögliche Entlastungen nach dem Pflegeversicherungsgesetz, Verfahren zur Anregung einer Betreuung nach dem Betreuungsgesetz etc. werden den Ratsuchenden erläutert.

Mittlerweile haben wir  durch unsere mediale Präsenz erreicht, dass Angehörige sich meist sehr frühzeitig an uns wenden, wodurch positive therapeutische Möglichkeiten gegeben sind, um die Häuslichkeit lange aufrechterhalten zu können.

Beschäftigung und Geselligkeit
Hauswirtschaftliche Aktivitäten
Musische Angebote

Ältere Menschen sollen nach Möglichkeit solange wie möglich in ihrer eigenen Häuslichkeit bleiben können. Deshalb hat der Demenz-Verein Saarlouis e.V. eine spezialisierte Tagespflege für Menschen mit Demenz ins Leben gerufen, um die Bedingungen der eigenen Häuslichkeit nachzuempfinden und Entlastungsmöglichkeiten für Angehörige zu schaffen.

In der Tagespflege können maximal 41 Personen betreut und beschäftigt werden. Die Tagespflege ist an sieben Tagen in der Woche in der Zeit von 8:00 Uhr bis 20:00 Uhr geöffnet. Die Betreuungstage und -zeiten der einzelnen Gäste richten sich nach deren individuellen Gewohnheiten und Wünschen sowie den Bedürfnissen der Angehörigen.
Die milieutherapeutische Gestaltung der Tagespflege vermittelt den Eindruck einer normalen Alltäglichkeit und hat keinen Heimcharakter! Der Wechsel eines Menschen mit Demenz von seiner gewohnten häuslichen Umgebung in die Tagesstätte geht daher in der Regel unproblematisch vonstatten und hat keine gravierenden Verhaltensänderungen zur Folge.
Ein hoher Personalschlüssel trägt dem erhöhten Bedarf an Zuwendung der Tagespflegegäste Rechnung. Alle Mahlzeiten werden je nach Fähigkeit und Bedürfnis durch die Gäste in Zusammenarbeit mit dem Betreuungspersonal zubereitet. Die Tagespflege bietet ein breites Spektrum an Beschäftigungsmöglichkeiten. Im Pflegesatz mit enthalten ist ein Fahrdienst, der die Gäste abholt und wieder nach Hause bringt.
Die Tagespflege kann auch stundenweise in Anspruch genommen werden.
Mal Urlaub machen, mal verschnaufen, oder einfach mal Luft holen und gleichzeitig wissen, dass der von Demenz betroffene Angehörige optimal versorgt ist, bietet die Gewähr für die pflegenden Angehörigen, sich selbst zu erholen und neue Kräfte zu sammeln.

Hauptziel der Tagesbetreuung:

Aufrechterhaltung der Häuslichkeit und Vermeidung von Heimaufenthalten!!!


Das Angebot der Tagesstätte im Überblick

  • Pflege
  • Fahrdienst zum Demenz-Zentrum und zurück
  • Vollversorgung der Tagespflegegäste (Essen wird mit den Tagesgästen zusammen gekocht und nicht angeliefert)
  • Individuelle Betreuung durch erhöhten Personalschlüssel
  • Geselligkeit durch Angebote wie Singen, Musizieren,  Gesellschaftsspiele, hauswirtschaftliche Tätigkeiten, Bewegungstraining, u.v.m.
  • Befriedigung universeller Grundbedürfnisse:  Nützlich sein, Gebraucht werden, Sicherheit und Zuwendung erfahren
  • Kein Heimcharakter durch milieunahe Innengestaltung und Betreuung
  • Öffnungszeiten von Montag bis Sonntag von 08.00 Uhr bis 20:00 Uhr an 365 Tagen im Jahr


Informationen erhalten Sie von der Pflegedienstleitung:

Herr Dominik Jochum und Herr Christian Tholey
Tel. 06831 / 488 18-12

Angebote zur häuslichen Betreuung

Für Betroffene, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und das Angebot der Tagesstätte nicht mehr nutzen können, hat der Demenz-Verein einen häuslichen Betreuungsdienst eingerichtet. Geschulte Mitarbeiter/innen betreuen ihren demenzkranken Angehörigen stundenweise bei Ihnen zu Hause, damit Sie diese freie Zeit einmal für sich selbst nutzen können (Freundschaften pflegen, ins Kino gehen, Einkäufe erledigen oder einfach mal abschalten), ohne ständig in Sorge um ihren Angehörigen zu sein.

Es sollte jedoch nicht vergessen werden, dass für den Betroffenen die Förderung sozialer Teilhabe (zum Beispiel durch den Besuch einer Tagespflege) enorm wichtig ist.


Information zur häuslichen Betreuung erhalten Sie unter  Tel. 06831/488 18-15

„Altersverwirrtheit, was nun? – Wege aus der Hilflosigkeit!“

Was tun um Heimaufenthalte zu vermeiden?


Beratung kann: Herr Erik Leiner, Leiter Beratungsstelle

  • persönlich in unserem Hause,
  • telefonisch über unser Beratungstelefon
  • oder bei einem Hausbesuch erfolgen.

Die wichtigsten Ziele der trägerneutralen kostenfreien Demenzberatung sind:

  • Information  und  Beratung  rund um  das  Thema  Pflege  von Menschen mit Demenz
  • Insbesondere  die  Vermittlung von  Informationen  zum  Krankheitsbild  und  Behandlungsmöglichkeiten  demenzieller  Erkrankungen
  • Informationen zum Umgang mit Betroffenen
  • Beratung zu Finanzierungs-  und Entlastungsmöglichkeiten
  • Beratung und Unterstützung bei Antragsverfahren
  • Beratung und Unterstützung bei der Suche und Auswahl  geeigneter Dienste und pflegerischer Versorgungsangebote
  • Unterstützung beim Zugang zu pflegerischen und pflegeergänzenden Diensten sowie anderen  Versorgungsangeboten
  • Planung und Organisation der individuellen Versorgung
  • Unterstützung individueller Pflegearrangements
  • Beratung zur Förderung von Wohnraumanpassungen

Angehörige von Menschen mit Demenz sind nicht nur den Belastungen ausgesetzt, wie man sie auch bei Angehörigen von Patienten mit schweren chronischen oder körperlichen Erkrankungen findet, hinzu kommen vielmehr noch spezielle Probleme durch Desorientiertheit, Umkehr des Tag/Nacht-Rhythmus, Vergesslichkeit, Aggressivität und Wesensveränderungen, die die Beziehung zwischen Pflegeperson und Erkranktem zunehmend belasten.
Es kann bei Angehörigen aufgrund der hohen Belastung zu körperlichen Symptomen und psychosomatischen Erkrankungen kommen. Aufgrund  dieser speziellen Symptomatik und dem ständigen Verfügbarsein haben pflegende Angehörige nicht selten einen so genannten „36-Stunden-Tag“, so dass aufgrund der großen Belastung pflegende Angehörige häufig selber körperlich krank werden und als Pflegeperson ausfallen.

Wenn die Hauptpflegeperson ausgefallen ist, sehen pflegende Angehörige vielfach keine andere Möglichkeit als die Unterbringung ihres  betroffenen Angehörigen in einer stationären Einrichtung.
Dies könnte mit differenzierten Entlastungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige verzögert, wenn nicht sogar vermieden werden. Wir bieten daher allen pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz, aber auch Fachkräften, eine spezialisierte Demenzberatung an.

Die Beratung zeigt differenzierte und individuelle Entlastungsmöglichkeiten auf, mit denen die Versorgung geplant werden kann.

Ansprechpartner

Erik Leiner

(Bitte vereinbaren Sie vorab telefonisch einen Termin mit Herrn Erik Leiner
Tel. 06831/488 18 15)

Alzheimer Telefon 01805 / 336369
(0,14 €/Min. aus dem Festnetz, Mobil 0,42 €/Min.)

Angehörigengruppe

Sie pflegen zu Hause einen Angehörigen mit Demenzkrankheit? Dann können Sie mit Sicherheit viele solcher  Geschichten  erzählen:
 ...Der Vater wird oft ohne erkennbaren Grund aggressiv, die Ehefrau  läuft bei  jeder erdenklichen  Gelegenheit  davon,  die Mutter beschuldigt Sie, ihre Handtasche gestohlen zu haben,...
Wie gehen Sie damit um? Die Pflege von verwirrten älteren Menschen ist für die Pflegepersonen mit erheblichen  Belastungen  verbunden. Der Demenz-Verein  Saarlouis e.V. hat sich zur Aufgabe gemacht, pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz zu unterstützen. Deshalb hat der Verein eine Angehörigengruppe für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz ins Leben gerufen. Kommen Sie doch unverbindlich vorbei! Einfach mal hören, wie es anderen geht, sich  austauschen  oder  fachliche  Beratung in Anspruch nehmen. Das kann wesentlich dazu beitragen,  dass sich Belastungen der Angehörigen vermindern.

„Es tut gut zu sehen, dass man nicht alleine ist.“

Die Gruppe trifft sich an jedem 2. Montag im Monat um 18.00 Uhr  in der 1. Etage Walter-Bloch-Str. 6 (Gebäude Büromöbel Schneider) 66740 Saarlouis

Gegenüber des Gebäudes und vor dem Gebäude gibt es Parkplätze!

Termine 2020 sind:

immer am 2. Montag im Monat


Wir freuen uns, wenn wir Sie in unserer nächsten Angehörigengruppe begrüßen dürfen. Parallel zu jeder Veranstaltung bietet der Verein eine Betreuungsgruppe für Ihre kranken Angehörigen  an. Der Unkostenbeitrag für die Betreuung beträgt 8,-€/Stunde. Die Betreuung findet weiterhin im Demenz-Zentrum "Villa Barbara" statt.

Wir bitten Sie, Ihre Angehörige/Angehörigen zwei Tage im Voraus telefonisch (zur besseren Personalplanung) unter der Tel. Nr. 0 68 31 / 4 88 18-12 für die jeweiligen Termine anzumelden.

 

 

 

 

Angehörigenschulung „Hilfe beim Helfen“ für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz

Der Demenz-Verein Saarlouis e.V. bietet in Zusammenarbeit mit der AOK  - Die Gesundheitskasse  Saarlouis - Schulungskurse  an. Die  Schulung  richtet  sich an pflegende  Angehörige von Menschen mit Demenz und soll den Angehörigen Wissen  vermitteln, welches die Pflege  von Menschen mit Demenz und den Umgang mit den erkrankten Angehörigen erheblich erleichtern kann.

Eine Schulung besteht aus 6 Terminen. Die Schulungen bieten wir fünfmal im Jahr abends in der Zeit von 18.00 bis 19:30 Uhr in den Räumen der Fort- und Weiterbildung in der Walter-Bloch-Str. 6 an.

 

Termine 2020 sind:
1. Kurs: 14.01.2020; 21.01.2020; 28.01.2020; 04.02.2020; 11.02.2020; 27.02.2020

2. Kurs10.03.2020, 17.03.2020, 24.03.2020, 31.03.2020, 07.04.2020, 28.04.2020

3. Kurs05.05.2020, 12.05.2020, 19.05.2020, 26.05.2020, 02.06.2020, 09.06.2020

4. Kurs25.08.2020, 01.09.2020, 08.09.2020, 15.09.2020, 29.09.2020, 06.10.2020

5. Kurs03.11.2020; 10.11.2020, 17.11.2020, 24.11.2020; 01.12.2020, 08.12.2020

         

Inhalte dieser modellhaften Angehörigenschulung sind:

  • Die Erkrankung
  • Der Umgang mit dem Erkrankten
  • Rechtliche und finanzielle Fragen
  • Entlastungsmöglichkeiten

Neben der Wissensvermittlung spielen eigene Erfahrungen, Erlebnisse und Fragen eine wichtige Rolle. Das  Schulungsangebot ist kostenlos. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt auf  max. 20 Personen.

Parallel zur Schulung bietet der Demenz-Verein eine Betreuungsgruppe für Demenzkranke an. Die parallele Betreuung der Angehörigen findet weiterhin im Demenz-Zentrum "Villa Barbara" statt. Wir bitten Sie, Ihre Angehörige/Angehörigen zwei Tage im Voraus telefonisch (zur besseren Personalplanung) unter der Tel.Nr. 0 68 31 / 4 88 18-12 für die jeweiligen Termine anzumelden. Die parallele Betreuung ist kostenlos.
Bitte melden Sie sich für die Schulungen beim Sekretariat Tel. 06831/488 180 an!

Bitte beachten Sie, dass die Schulungen in der 1. Etage Walter-Bloch-Str. 6 (Gebäude Büromöbel Schneider) 66740 Saarlouis stattfinden! (gegenüber des Gebäudes und vor dem Gebäude gibt es Parkplätze!)

Gerontopsychiatrisches Netzwerk – Plattform Demenz

Kooperative Strukturen zur Verbesserung von Pflege- und Versorgungsqualität

Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung stehen die Altenhilfe und die Altenpolitik vor der schwierigen Aufgabe, die Betreuungsmöglichkeiten für Menschen mit Demenz zu verbessern sowie zusätzliche Hilfen und eine abgestimmte Versorgung zu schaffen. Auch die Hilfs- und Entlastungsmöglichkeiten für die Angehörigen müssen weiter ausgebaut werden. Die Zahl der von Demenzerkrankungen Betroffenen wird in den nächsten Jahren stetig steigen.

Der Landkreis Saarlouis hat eine Vorreiterrolle für die Region bei der Demenzversorgung übernommen und sehr frühzeitig damit begonnen, systematisch Hilfen für Menschen mit Demenz und deren Angehörige zu etablieren. Im Landkreis Saarlouis leben derzeit ca. 4.400 Menschen mit einer dementiellen Erkrankung, von denen etwa 80% zu Hause durch Angehörige versorgt werden.

Pflegende Angehörige sind mit der Betreuung von Menschen, die aufgrund ihres Alters verwirrt und psychisch verändert sind, vor besonders schwierige Aufgaben gestellt. Angehörige von Menschen mit Demenz (z. B. vom Alzheimer Typ) sind nicht nur den Belastungen ausgesetzt, wie man sie auch bei Angehörigen von Patienten mit schweren chronischen, körperlichen Erkrankungen findet. Hinzu kommen vielmehr noch spezielle Probleme durch Desorientiertheit, Umkehr des Tag-Nacht-Rhythmus, Vergesslichkeit, Aggressivität und Wesensveränderung, die die Beziehung zwischen Betreuer und Betreutem und insbesondere den Umgang miteinander zunehmend belasten und verändern, häufig die Zuneigung auslaugen.

Vielfach sehen pflegende Angehörige daher keine andere Möglichkeit, als ihren von Demenz Betroffenen in einer stationären Einrichtung unterzubringen, was mit differenzierten Entlastungsmöglichkeiten für die Angehörigen und einer abgestimmten Versorgung für die Betroffenen verzögert, wenn nicht sogar vermieden werden könnte.

Um eine bestmöglichste Qualität in der Begleitung von Menschen mit Demenz im Landkreis Saarlouis zu gewährleisten, hat der Landkreis Saarlouis den Demenz-Verein Saarlouis e.V., der Träger des ersten Zentrums für Demenz im Saarland ist, beauftragt, ein gerontopsychiatrisches Netzwerk mit Schwerpunkt Demenz zu organisieren.

Innerhalb dieses Netzwerkes wurde zusammen mit Wohlfahrtsverbänden, Diensten, Einrichtungen, Kommunen, Vereinen und anderen Partnern eine Plattform Demenz gegründet. Die Partner der Plattform Demenz wollen darauf hinwirken, die vorhandenen Hilfen für Menschen mit Demenz zu vernetzen und zu optimieren. Auch sollen Impulse dafür gegeben werden, neue Hilfen zu etablieren und auszubauen. Inzwischen sind über 130 Netzwerkpartner an der Plattform Demenz beteiligt

Ausgehend von der im Jahr 2011 gegründeten Plattform Demenz wurden bereits viele gemeinsame Projekte verwirklicht, so z.B. der „Ratgeber Demenz für den Landkreis Saarlouis“, dessen Aktualisierung und Übersetzung in verschiedene Fremdsprachen vom Bundesprojekt „Lokale Allianz für Menschen mit Demenz“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wurden, der Standard für die Demenz-Fachberatung in Form einer Beratungsmappe u.v.m. Die genannten Projekte dienen auch als Vorbild für ähnliche Initiativen auf Landesebene.

Neben der intensiven, inhaltlichen Arbeit der Plattform Demenz konnten eine Vielzahl von Kommunen, Institutionen, Verbänden und Dienstleistern gewonnen werden, die sich im Rahmen einer freiwillig-rechtlichen Kooperationsvereinbarung verpflichtet haben, auf die Verbesserung der Situation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen im Landkreis Saarlouis hinzuwirken. Diese „Grundkonsens“ genannte Kooperationsvereinbarung wurde von den Netzwerkpartnern am 9. Oktober 2012 öffentlich unterzeichnet.

 

Um eine Förderung der gesetzlichen Pflegeversicherung beantragen zu können und eine künftig hauptamtliche Koordination der Netzwerkarbeit durch den Demenz-Verein Saarlouis zu ermöglichen, wurde zur Weiterentwicklung des Netzwerks am 13.11.2018 eine neue Kooperationsvereinbarung gezeichnet. Nach weiteren Zeichnungen sind auch wieder alle 13 Kommunen im Landkreis beteiligt. Ziel der Vereinbarung ist es, auf die weitere Verbesserung der Situation von Menschen mit Demenz und von pflegenden Angehörigen hinzuwirken sowie über eine Förderung durch die Pflegekassen künftig eine hauptamtliche Netzwerkkoordination zu ermöglichen. Nach einer entsprechenden Antragstellung wird die Netzwerkarbeit seit 2019 gemäß § 45c Abs. 9 SGB XI von den Pflegekassen gefördert. 

In der von der Bundesregierung für 2020 geplanten Nationalen Demenzstrategie und in der Fortschreibung des saarländischen Demenzplans wird die demenzfreundliche, aktive Kommune ein Hauptschwerpunkt sein. Im Rahmen der kommunalen Daseinsvorsorge sind die Städte und Gemeinden gefordert, auch für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen eine Grundversorgung mit lebenswichtigen Dienstleistungen und Infrastrukturen bereitzustellen. Mit dem Ziel eines demenzaktiven Landkreises Saarlouis möchte die Plattform Demenz im Saarland eine Vorreiterrolle einnehmen. 

Neben diesen Aktivitäten der Plattform Demenz haben der Demenz-Verein Saarlouis und das gerontopsychiatrische Netzwerk bereits zweimal eine Förderung im Rahmen des Bundesprojektes "Lokale Allianz für Menschen mit Demenz" erhalten.

Netzwerkpartner des gerontopsychiatrischen Netzwerks bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung (Grundkonsens) im Oktober 2012

Im November 2018 kamen im Theater Am Ring in Saarlouis über 50 Kooperationspartner zusammen. Ziel einer neuen Vereinbarung ist die Weiterentwicklung des gerontopsychiatrischen Netzwerks. Für eine hauptamtliche Koordination sollen Mittel der Pflegeversicherung beantragt werden.

Am gerontopsychiatrischen Netzwerk mit Schwerpunkt Demenz im Landkreis Saarlouis mit seiner Plattform Demenz beteiligen sich seit seiner Gründung 2011 inzwischen 130 Partner. Viele gemeinsame Projekte konnten auf den Weg gebracht werden.

Allerdings hat sich in der erfolgreichen, gemeinsamen Arbeit - wie auch bei anderen Demenz-Netzwerken, die im Rahmen von Modellversuchen befristet mit Bundesmitteln gefördert wurden - gezeigt, dass eine dauerhafte und effektive Netzwerkarbeit nur dann funktionieren kann, wenn die Netzwerkkoordination hauptamtlich erfolgt. Zu dieser Erkenntnis ist auch der Gesetzgeber gekommen und hat zum 01.01.2017 im SGB XI für regionale Netzwerkarbeit in den Landkreisen und kreisfreien Städten eine Basisförderung von max. € 20.000 pro Gebietskörperschaft avisiert.

Um das gerontopsychiatrische Netzwerk weiterzuentwickeln und die Voraussetzungen zu schaffen, bei den Pflegekassen einen Förderantrag zu stellen, hatte der Demenzverein Saarlouis e.V. in Kooperation mit der Seniorenmoderatorin der Kreisstadt Saarlouis in den Studiosaal im Theater Am Ring geladen. Die Gäste wurden von Oberbürgermeister Peter Demmer und der Vorsitzenden des Demenz-Vereins Dagmar Heib begrüßt, in seinem Grußwort würdigte Landrat Patrik Lauer die engagierte Arbeit des Netzwerks. Anschließend schilderte der Koordinator des Netzwerks Erik Leiner die bisherige Entwicklung und stellte die neue Kooperationsvereinbarung (freiwilliger Zusammenschluss ohne Rechtsform) vor. Von den über 50 Teilnehmer*innen unterzeichneten diese 32 Personen für ihre Institutionen, darunter neben dem Saarlouiser OB vier Bürgermeister sowie Vertreter*innen von sechs weiteren Kommunen (nach weiteren Unterschriften am 15.11.2018 sind nun weiterhin alle 13 Kommunen beteiligt). Zudem zeichneten Vertreterinnen und Vertreter der Wohlfahrtsverbände (Caritas, DRK, AWO, VDK, KEB) und aller Krankenhäuser im Landkreis sowie Pflegeheime, Pflegedienste, auch eine Kirchengemeinde und weitere Einrichtungen (Landesfachstelle Demenz sowie Leitstelle Älter Werden und Pflegestützpunkt im Landkreis Saarlouis).

Nach der Zeichnung war Gelegenheit, bei einem erfrischenden Getränk ins Gespräch zu kommen.

Der Demenz-Verein Saarlouis bedankt sich – auch im Namen aller Netzwerkpartner – bei allen Beteiligten sowie bei der Saarbrücker Zeitung für die positive Berichterstattung.

 

 

Netzwerkpartner des gerontopsychiatrischen Netzwerks nach der Zeichnung der neuen Kooperationsvereinbarung. Vorne am Tisch (v.r.): Dagmar Heib, MdL (Vorsitzende Demenz-Verein), Landrat Patrik Lauer, Oberbürgermeister Peter Demmer (alle Fotos: © Yannick Hoen, Landkreis Saarlouis)
Der Koordinator des Netzwerks Erik Leiner stellt die neue Kooperationsvereinbarung vor.

weitere  Bilder Zeichnung

LK Saarlouis wird erster demenzaktiver Landkreis im Saarland

Am 20. Juli 2023 fand eine besondere Veranstaltung statt: die Zeichnung der „Charta für Menschen mit Demenz und deren Angehörige“ des gerontopsychiatrischen Netzwerks mit Schwerpunkt Demenz im Landkreis Saarlouis. Mit den Zielen und Maßnahmen der Charta wird Saarlouis zum ersten demenzaktiven Landkreis im Saarland – ein Projekt mit bundesweitem Modellcharakter!

Die Charta war im Rahmen der Umsetzung des saarländischen Demenzplans in einer Arbeitsgruppe des gerontopsychiatrischen Netzwerks zusammen mit der Landesfachstelle Demenz Saarland erarbeitet worden. Die Charta als Verpflichtung der 13 Städte und Gemeinden im Landkreis Saarlouis ist eng angelehnt an das Segment „Demenz und Kommune“ des saarländischen Demenzplans und an die Maßnahmen der nationalen Demenzstrategie im Bereich „Auf- und Ausbau von Strukturen zur gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Demenz an ihrem Lebensort“. So sollen in den Kommunen beispielsweise Demenz-Beauftragte als erste Ansprechpersonen und Koordinator*innen benannt werden.

Zur feierlichen Zeichnung der „Charta für Menschen mit Demenz und deren Angehörige“ am 20. Juli 2023 im Landratsamt Saarlouis waren die Vertreterinnen und Vertreter von den Kommunen, aus der Politik und die Netzwerkpartner sowie die Presse geladen. Gezeichnet wurde die Charta durch den Landkreis Saarlouis, die 13 Städte und Gemeinden im Landkreis, den Demenz-Verein Saarlouis e.V. als Netzwerkkoordination sowie die Landesfachstelle Demenz. Die Charta appelliert aber auch an die Wohlfahrtsverbände, ambulanten und (teil-)stationären Dienste, Kostenträger und politischen Gremien, Kirchengemeinden, Vereine und alle, die sich beruflich oder ehrenamtlich für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen einsetzen, sich im Rahmen konkreter Maßnahmen den Zielen der Charta zu verpflichten.

Bei der Zeichnung der Charta: Landrat Patrik Lauer (vorne am Tisch), (stehend von links) Andreas Sauder (Leiter Landesfachstelle), Erik Leiner (Netzwerkkoordinator Plattform Demenz), Peter Demmer (Oberbürgermeister Kreisstadt Saarlouis), Manfred Schwinn (Bürgermeister Gemeinde Saarwellingen), Sebastian Greiber (Bürgermeister Gemeinde Wadgassen), Patrik Salzgeber (Beigeordneter Gemeinde Rehlingen-Siersburg), Sandra Quinten (1. Beigeordnete Gemeinde Schmelz), Peter Lehnert (Bürgermeister Gemeinde Nalbach), Staatssekretärin Bettina Altesleben, Stefan Louis (Bürgermeister Gemeinde Bous), Anne Yliniva-Hoffmann (Bürgermeisterin Gemeinde Überherrn), Jörg Wilhelmy (Bürgermeister Gemeinde Ensdorf), Dagmar Heib (Vorsitzende Demenz-Verein Saarlouis), Hans-Joachim Neumeyer (Bürgermeister Gemeinde Schwalbach) und Horst Trenz (Bürgermeister Gemeinde Wallerfangen). Separat gezeichnet haben die Charta zudem Klauspeter Brill (Bürgermeister Stadt Lebach) und Franz-Josef Berg (Bürgermeister Stadt Dillingen).Alle Fotos: Landkreis Saarlouis

In seiner Begrüßung sagte Landrat Patrik Lauer: „Ich freue mich sehr, dass die Unterzeichnung der Charta für Demenz über den Landkreis Saarlouis hinaus in der Öffentlichkeit mit so viel Aufmerksamkeit wahrgenommen wird. Unser Ziel ist es, eine Plattform für Betroffene und ihre Familien, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Praktikerinnen und Praktiker zur Verfügung zu stellen, auf der wir alle gemeinsam nach guten Zukunftslösungen suchen können. Der Anfang ist uns gelungen. Gemeinsam wollen wir nicht stehen bleiben, sondern weitergehen und neue Wege zu einer demenzfreundlichen Gesellschaft wagen.“

Die Vorsitzende des Demenz-Vereins Saarlouis, Dagmar Heib, fügte in bei ihrer Begrüßung hinzu: „Durch die erfolgreiche Arbeit unseres Netzwerkes konnte dieses Dokument mit überregional modellhaftem Charakter auf den Weg gebracht werden, damit Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen künftig auch in den Kommunen vor Ort frühzeitig erste Informationen erhalten und ihnen Beratung, Hilfen und Entlastung vermittelt werden können.“ 

In einem Grußwort hielt Gesundheits-Staatssekretärin Bettina Altesleben fest: „Im Saarland ist jeder Zehnte über 65jährige von Demenz betroffen. Demenz verändert das Leben grundlegend. Die Verbesserung der Lebenslage der an einer Demenz erkrankten Menschen sowie deren Angehöriger ist vor diesem Hintergrund von entscheidender Bedeutung. Mit der heutigen Unterzeichnung lebt der Landkreis Saarlouis und seine Kommunen die kommunale Daseinsvorsorge. Ich wünsche allen Beteiligten viel Erfolg.“ Andreas Sauder stellte in seinem Grußwort fest, dass im Austausch mit den Landesfachstellen in den anderen Bundesländern ein Projekt wie die Charta bisher in Deutschland einmalig ist und die Ziele und Maßnahmen der Charta großen Anklang gefunden hatten. Erik Leiner stellte im Anschluss die Inhalte der Charta vor und moderierte die Zeichnung.

Nach dem Fotoshooting war dann Zeit für gemeinsamen Austausch bei Getränken und Snacks.

Nach der Zeichnung der Charta: Die Unterzeichner, Partner des gerontopsychiatrischen Netzwerks und Gäste

Wir bedanken uns an dieser Stelle bei allen Mitwirkenden, insbesondere bei der Arbeitsgruppe der Plattform Demenz und der Landesfachstelle sowie bei Amtsleiterin Christine Ney und ihrem Team vom Landkreis für die gute Organisation!


Das gerontopsychiatrische Netzwerk mit Schwerpunkt Demenz im Landkreis Saarlouis hat Ende 2023 eine Dokumentationsbroschüre über die Entstehung und die feierliche Zeichnung der Charta durch die 13 Städte und Gemeinden im Landkreis, den Landkreis selbst, die Landesfachstelle Demenz und den Demenz-Verein Saarlouis e.V. als Netzwerkkoordination herausgegeben. Die Broschüre enthält auch Informationen zum Netzwerk „Plattform Demenz“ im Landkreis Saarlouis und den Text der Charta.

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